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Anna und ihr Koenig
Sie stand allein auf dem Hof und sah sich immer wieder etwas suchend um, während sie wartete. Dann, endlich, erblickte sie ihn auf seinem Fahrrad, wie er auf dem Schulgelände ankam. Mit seinem typischen Grinsen hielt er direkt neben ihr und wünschte seiner langjährigen Schulfreundin einen guten Morgen, als er abstieg. Schnell war das Fahrrad abgestellt und angekettet, für sie bedeutete das, dass sie ihn nun zur Begrüßung umarmen konnte. Irgendwie war das ihr kleines Morgenritual geworden. Hand in Hand gingen sie über den Hof und betraten das Gebäude. Auch im Klassenraum saßen sie bereits seit der ersten Klassen zusammen und das hatte sich über die Jahre hinweg nicht geändert.
Für Anna war heute dennoch ein besonderer Tag. Nach der Schule wollte sie Toni fragen, ob er am Ende des Schuljahres mit ihr auf den Schulball gehen würde. Noch nie hatte sie das Ende der Stunden so sehr herbei gesehnt wie heute. Als am Nachmitt
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Literature
Allein gelassen
Ein rauer und kalter Wind herrschte an diesem Nachmittag am Strand der britischen Küste. Er peitschte die anrollenden Wellen ein wenig auf und zerzauste das helle Fell einer jungen Hündin, die ganz allein durch den Sand tapste. Sie fror fürchterlich, schon fast den ganzen Tag irrte sie herrenlos unher und fand keinen Weg, der sie nach oben zurück auf die Klippen führen könnte. Schon lange hatte sie nichts mehr gefressen oder getrunken und so langsam fiel ihr jeder einzelne Schritt unheimlich schwer. Selbst zum Bellen war sie nicht mehr stark genug. Sie schleppte sich mühsam weiter, aber bald kam der Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr konnte und aufgab. Sie ließ sich bei ein paar größeren Felsen nieder, zwischen denen sie etwas windgeschützter war. Leise winselnd rollte sie sich zusammen und schloss die Augen. Traurig dachte sie an ihre Familie zurück, die sie heute Morgen verloren hatte. Bestimmt suchten sie schon nach ihr, ja,
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cuddly cat by blacksheep-aki cuddly cat :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 10 1 Hi, Mr. Pumpkin by blacksheep-aki Hi, Mr. Pumpkin :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 0 0 Jena wheel by blacksheep-aki Jena wheel :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 4 0 Street cat by blacksheep-aki Street cat :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 2 0
Literature
Der letzte Tag
Nur noch wenige Schritte trennten die drei jugendlichen Freunde vom Strand. Voll beladen mit ihren Taschen hatten sie sich heute Morgen getroffen, um diesen letzten Tag zusammen zu verbringen und gemeinsam zu genießen. Sie hatten Glück, das Wetter sollte warm und wolkenlos werden, ideal für einen Tag am Meer.
Sie standen oben an der Treppe, an deren Ende unten der Sandstrand begann. Das Meer rauschte ruhig vor sich hin, während die Möwen kreischend ihre Kreise darüber zogen. Ein leichter Wind wehte Evas langes, braunes Haar auf, als sie nach den Händen ihrer beiden besten Freunde griff. Sie kannte Thomas und Hannes schon seit dem Kindergarten. Beinahe jeden Tag hatte sie mit den Zwillingen verbracht. Gemeinsam waren sie im Sommer, so wie sie es auch heute taten, an den Strand gegangen oder hatten im Winter zusammen vor dem Kamin gesessen und heißen Tee getrunken. Sie konnte kaum beschreiben, wie wichtig ihr die Jungs waren, weshalb dieser Tag, so schön er auch sein mochte, einen bitter
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Literature
Fehlkonstruktion
Er stand ganz allein im Zoo beim Gehege der Pinguine und beobachtete die Vögel, wie sie ungelenk über den Boden watschelten. Ein paar von ihnen ließ sich ins Wasser fallen, dass es spritzte und ein leises Platschen zu hören war. Andere blieben lieber an Land, kuschelten miteinander oder watschelten weiter scheinbar ziellos umher. Er mochte diese Tiere sehr gern, auf eine seltsame Art und Weise fühlte er sich ihnen sehr verbunden. Und wenn er sie ansah, wurde dieses Gefühl noch viel stärker.
Er war so in den Anblick vertieft, dass er nicht bemerkte, wie sich ein noch kleinerer Junge als er es selbst war zu ihm gesellte und ebenfalls durch das Glas schaute. Erst als der Kleine gegen die Scheibe klopfte, schrak er zusammen und blickte den anderen verwundert an. Das Gesicht des kleinen Jungen drückte Wut und in gewisser Weise auch Schmerz aus.
"Hey, hey!", sprach er den Jüngeren an, "Bitte nicht gegen das Glas klopfen, das macht man nicht!" Zwar
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Das Lied des Alexandro
Einst lebte in einem kleinen Dorfe im Reich Kastillien ein kleiner Junge mit Namen Hugo. Er war ein Wildfang und Raufbold, der seinen Eltern viele Sorgen bereitete. Oft mussten sie mit ihm schimpfen und ihn bestrafen, weil er wieder Dummheiten angestellt hatte. Seit einigen Wochen jedoch gab er sich größte Mühe, artig und lieb zu sein, denn wenn er brav war, durfte er mit zum wöchentlichen Markt gehen. Der Markt interessierte ihn normalerweise eigentlich nicht. Es gab dort zu viele Dinge, die er gern hätte, doch für die weder er noch seine Mutter genug Geld hatte. Nein, etwas anderes zog ihn jede Woche mit ins Zentrum der benachbarten Stadt: Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Spielleute wieder im Lande waren und von Ort zu Ort zogen. Diese Leute hatten für ihn schon immer einen besonderen Reiz gehabt. Er konnte es nicht erklären, doch manchmal kam es ihm so vor, als könnten sie die Menschen auf eine ganz besondere Weise beeinflussen. Eine W
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water by blacksheep-aki water :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 1 2 reading on the street by blacksheep-aki reading on the street :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 0 0 cute couple by blacksheep-aki cute couple :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 1 0 Ducky by blacksheep-aki Ducky :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 0 0 ACEO 5 - Firefist by blacksheep-aki ACEO 5 - Firefist :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 7 3
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Zwei Moeglichkeiten
Von der Straße her war eine Autohupe zu hören und Theodor sprang sofort von seinem Stuhl auf. So schnell wie möglich lief er die Treppe hinunter.
"Papa, Mama, sie sind da!", rief er seinen Eltern im Wohnzimmer noch zu und war im nächsten Moment schon zur Haustür raus. Er lief freudig auf das Auto zu, das auf dem freien Platz geparkt hatte. Wie sehr hatte er diesen Augenblick ersehnt? Wie hatte er sich auf diese letzten Tage des Jahres gefreut, seitdem er gewusst hatte, dass sein bester Freund ihn besuchen würde. Kaum war dieser ausgestiegen, drückte er ihn herzlich und konnte nicht mehr aufhören zu grinsen. Sie hatten sich lange nicht mehr gesehen. Viel zu lange. Tim erwiderte die Umarmung und lachte dabei. Er hatte ihn genauso vermisst, auch wenn er wusste, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hatte. Er war froh und dankbar, dass es nun anders aussah und er hier sein konnte.
"Willkommen zuhause. Gott, es tut so gut, dich zu sehen. Geht's
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a little present by blacksheep-aki a little present :iconblacksheep-aki:blacksheep-aki 0 0

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Sie stand allein auf dem Hof und sah sich immer wieder etwas suchend um, während sie wartete. Dann, endlich, erblickte sie ihn auf seinem Fahrrad, wie er auf dem Schulgelände ankam. Mit seinem typischen Grinsen hielt er direkt neben ihr und wünschte seiner langjährigen Schulfreundin einen guten Morgen, als er abstieg. Schnell war das Fahrrad abgestellt und angekettet, für sie bedeutete das, dass sie ihn nun zur Begrüßung umarmen konnte. Irgendwie war das ihr kleines Morgenritual geworden. Hand in Hand gingen sie über den Hof und betraten das Gebäude. Auch im Klassenraum saßen sie bereits seit der ersten Klassen zusammen und das hatte sich über die Jahre hinweg nicht geändert.

Für Anna war heute dennoch ein besonderer Tag. Nach der Schule wollte sie Toni fragen, ob er am Ende des Schuljahres mit ihr auf den Schulball gehen würde. Noch nie hatte sie das Ende der Stunden so sehr herbei gesehnt wie heute. Als am Nachmittag schließlich die Schulglocke ertönte, war sie direkt erleichtert. Schnell packte die Klasse ihre Sachen ein und verließ eilig die Schule. Toni nahm Anna auf seinem Fahrrad mit und sie fuhren in den nicht weit entfernten Stadtpark, so wie sie es schon oft getan hatten, und suchten sich dort ein etwas entlegeneres, ruhiges Plätzchen, an dem sie sich gemeinsam ins Gras legten um das schöne Wetter zu genießen. Es dauerte nicht lange, bis sich Anna an ihn kuschelte. Sie fühlte sich bei ihm einfach richtig wohl und vor allem sicher. Vor kurzem hatte sie erkannte, dass sie mehr für ihn übrig hatte, als nur freundschaftliche Gefühle. Einige Zeit war sie sich noch im Unklaren darüber gewesen, ob es wirklich Liebe war - immerhin hatte sie das noch nie zuvor gefühlt. Aber nun war sie sicher.

Dass Toni sie auch sehr gern hatte, wusste sie schon länger. Oft genug hatte er sie vor den Gemeinheiten anderer Jungen in der Klasse beschützt, ohne Rücksicht darauf, dass ihm dabei selbst etwas zustoßen könnte. Er hatte sie stets in den Arm genommen, wenn sie Angst gehabt hatte, und er hatte sie getröstet, wenn sie traurig gewesen war. Er war immer da gewesen, immer. Auch damals, als einer der anderen sich den Spaß erlaubt hatte, ihre langen schwarzen Haare mit Kleber zusammen zu kleben, hatte er sie verteidigt. Sie wusste es noch genau, sie war am Boden zerstört gewesen. Einzig Toni und dessen großer Bruder, der ihre Frisur dann noch gerettet hatte, hatten sie irgendwie trösten können. Aber das war lange her.

Schließlich fasste sie ihren Mut zusammen. Wenn sie nicht fragte, konnte sie immerhin auch keine Antwort erhalten. So drehte sie ihrem Freund den Kopf zu, betrachtete sein Gesicht noch einige Augenblicke. Dann aber schlug er seine Augen wieder auf, nachdem sie seine Hand eher unbewusst ein wenig gedrückt hatte.
"Ist alles in Ordnung?", erkundigte er sich mit einem leichten Anflug von Sorge in der Stimme.
"Ja!", antwortete sie ihm sogleich, fühlte sich dabei ziemlich ertappt und sah einen Moment verlegen zur Seite.
"Es ist nur so...", fing sie schließlich ein wenig unsicher an, "Ich hab da zwei Karten für den Schulball und ich würde gern mit dir dahin gehen. Wenn... du mein Begleiter sein möchtest, natürlich nur." Im ersten Moment wirkte Toni von dem Vorschlag überrascht, nickte dann aber wieder mit einem sachten Lächeln.
"Es wäre mir eine Ehre, Mylady...", nahm er die Einladung mit einem angedeuteten Handkuss an, nahm für kurze Zeit die Rolle eines Gentlemans ein, brachte Anna so zum Erröten. Sie wusste aber, dass er annahm, er solle sie nur als bester Freund begleiten. Das musste sie noch klar stellen!

"Toni... ich wünsche mir, dass wir als Paar dorthin gehen. Verstehst du?", versuchte sie es mit einem ernsten und eindringlichen Blick zu erklären, "Ich hab dich gern. Sehr gern." Einen Augenblick sahen sich die beiden nur wortlos an, bis Toni verstehend nickte.
"Ja...", erwiderte er zurückhaltend, wusste aber im ersten Moment nicht recht, was er dazu sagen sollte, "Du möchtest, dass wir zusammen sind." Anna nickte bestätigend, wartete geduldig auf eine Antwort, eine Reaktion. Doch sie wartete vergebens. Toni blickte nur recht angespannt und überfordert drein. In gewisser Weise war das schon ein Schlag für sie, aber eigentlich, so dachte sie in diesem Augenblick, hätte sie damit rechnen müssen.

"Ich... tut mir leid. Ich hab dich jetzt sicher ziemlich überrumpelt damit", versuchte sie die Situation etwas zu entschärfen, auch wenn man ihr noch gut anmerken konnte, dass sie jeden Moment in Tränen ausbrechen konnte. Sie wollte schon wie ein Wasserfall weiter plappern - ganz so, wie sie es oft tat, wenn sie nervös war - doch Toni hielt sie auf, indem er einen Finger an ihren Mund legte. Jetzt gerade war er ihr so unglaublich nah, dass ihr beinahe das Herz stehen blieb. Es war nicht das erste Mal, dass sie so nah beieinander waren, aber dieses Mal war es irgendwie anders. Er sah sie so intensiv an und sie spürte deutlich, dass er zögerte und nach den richtigen Worten suchte. Das bedeutete auch, dass er nicht sofort etwas dagegen hatte, mit ihr zusammen zu sein. Und das wiederum machte ihr Hoffnung, auch wenn er ihr nicht gleich um den Hals fiel und sie küsste. Aber das, rief sie sich noch einmal ausdrücklich ins Gedächtnis, wäre wohl nur in ihren kühnsten Träumen der Fall gewesen.

"Anna...", begann er dann leise, wich ihrem Blick nun doch aus und ließ seinen Finger langsam wieder von ihren Lippen gleiten, "Hör zu... ich mag dich. Sehr. Und... ich glaube, dass ich sehr ähnlich wie du empfinde. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher." Ein verlegenes Lächeln folgte, das Anna sich gleich noch viel mehr in ihn verlieben ließ.
"Die Sache ist nur... ich hätte gern noch ein wenig Bedenkzeit bis morgen, wär das okay?", kam er schließlich zum Schluss seiner Antwort. Anna blinzelte ihn nun leicht verwirrt an.
"Aber natürlich!", gewährte sie ihm seine Bitte, "Warum sollte es das denn nicht?" Dass er sich darum nun wieder Gedanken gemacht hatte, bestärkte sie nur in ihrer Meinung, dass sie sich den richtigen Jungen heraus gesucht hatte.

"Eine Bitte hätte ich aber noch, ganz unabhängig davon, wie du dich entscheidest...", brachte sie kurz darauf noch vorsichtig, da sie nicht wusste, ob er ein Problem damit hätte, ein weiteres Anliegen ihrerseits vor, "Ich wusste schon als kleines Mädchen, dass ich meinen ersten Kuss auf jeden Fall mit meiner ersten großen Liebe habe möchte. Und das bist nun du..."
"Ich erinnere mich", erwiderte Toni leise, "Davon hast du mir mal erzählt, ist schon eine Weile her."
"Oh, hab ich das?", lachte sie etwas verlegen auf und sah weg. Etwas peinlich war ihr das jetzt schon. So breitete sich Stille zwischen ihnen aus und eine gefühlte Ewigkeit geschah nichts weiter, bis sie Tonis Hand und Arm auf ihrem Rücken spüren konnte. Im selben Moment, in dem sie zu ihm aufblickte, zog er sie an sich und umarmte sie. Sie ließ es geschehen und kuschelte sich etwas Trost suchend mit geschlossenen Augen an ihn. Sanft strich er ihr durch das dunkle Haar, bis sie kurz darauf einen Kuss auf ihrer Stirn spürte. Das war nicht das erste Mal, dass er das tat, dieses Gefühl war ihr nur allzu vertraut. Umso mehr blieb ihr das Herz für einen Moment stehen, als sie realisierte, dass der Kuss auf ihrem Mund fortgeführt werden sollte.

Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als sie einander küssten. So sehr hatte sie sich danach gesehnt, so oft hatte sie es sich ausgemalt, und doch konnte keine ihrer Vorstellungen auch nur im Geringsten mit der Realität mithalten. So war sie noch glücklicher, dass es nicht nur ein kurzer, flüchtiger Kuss war, den sie da gerade bekam. Nein, er hielt an, bis sie keine Luft mehr zur Verfügung hatte und allem dann doch jäh ein Ende setzen musste. Ohne ihm ins Gesicht sehen zu können, schmuste sie sich direkt wieder an ihn und konnte das Glück, das sie in diesem Augenblick verspürte, nicht in Worte fassen. Auch von Toni hörte man keinen Mucks, er strich ihr nur immer wieder leicht über die Schulter. Sie verbrachten noch einige Zeit miteinander, bis sie sich dann schließlich recht verlegen voneinander verabschiedeten und den Heimweg antraten.

Die Stunden vergingen und der Tag wich der Nacht, bis wieder ein neuer Morgen anbrach. Je näher der Zeitpunkt für ihr Wiedersehen an diesem Samstag rückte, desto aufgeregter wurde Anna. Sie wollten sich wieder im Park treffen und sie wurde am Eingang bereits von ihm und seinem Fahrrad erwartet, als sie ankam. Einmal mehr machte ihr Herz einen Luftsprung, als sie ihn erblickte. Er gab ein wunderschönes Bild ab mit den blonden Haaren, den Kopfhörern im Ohr und dem entspannten Gesicht. Sie ermahnte sich selbst, ruhig zu bleiben. Mehr als "Nein" sagen konnte er schließlich nicht, auch wenn sie natürlich immer noch hoffte, genau das würde er nicht tun. Im nächsten Moment hatte er sie auch schon entdeckt und hob die Hand zum Winken. So atmete sie noch einmal durch und schritt ruhig auf ihn zu. Sie begrüßten und umarmten einander, ehe sie sich wieder ein gemütliches Plätzchen suchten. Die ersten Worte und Sätze, die sie miteinander wechselten, waren eher belangloser Natur. Keiner von beiden getraute sich, dieses eine Thema so schnell anzuschneiden.

Als beinahe eine halbe Stunde vergangen war, fasste sich Toni schließlich ein Herz und räusperte sich kurz.
"Wegen gestern...", begann er selbst merklich unsicher, "Ich hätte dich gern als feste Freundin. Aber bevor wir ein Paar werden, musst du etwas sehr wichtiges wissen. Und dann musst du entscheiden, ob du das selbst immer noch willst." Im ersten Moment lösten seine Worte eine unglaubliche Freude in ihr aus, bevor sie ihn dann aber etwas verwirrt und besorgt ansah.
"Geht es darum, dass du ein Mädchen bist?", unterbrach sie ihn an dieser Stelle, als er weiter reden wollte. Die Überraschung stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben und die Farbe wich ihm aus  selbigem.
"Das weiß ich!", sprach sie eindringlich weiter, "Toni, das weiß ich schon längst..."
"Aber... woher?", flüsterte er noch immer ziemlich geschockt, nachdem er sie eine Weile sprachlos angestarrt hatte.
"Ich weiß nicht genau woher... Irgendwann war es mir einfach klar. Aber das liegt sicher nur daran, dass wir immer so viel Zeit miteinander verbracht haben, keine Angst.", versuchte sie ihn ein wenig zu beruhigen, denn er sah schon sehr alarmiert aus, "Du hast dich nicht mal irgendwann irgendwie verraten, mach dir darum bitte keine Gedanken." Toni nickte nur leicht, sagte aber immer noch nicht wirklich etwas dazu. Der Schock saß wohl doch recht tief. So zog sie ihn einfach zu sich und küsste ihn, erntete dafür einen ziemlich verwirrten Blick, als sie sich wieder von ihm gelöst hatte.
"Was?", grinste sie ihn daraufhin nur frech an, "Ich werd doch wohl noch meinen Freund küssen dürfen?" Kurz blinzelte Toni, ehe er dann aber auch leicht lächelnd nickte. Sie spürten beide, wie die Anspannung von ihm ab fiel und lagen sich kurz darauf in den Armen, küssten einander an diesem Nachmittag noch unzählige Male.

Als sie sich schließlich wieder auf den Weg machten, schob er sein Fahrrad gemütlich neben ihnen her, damit sie noch möglichst viel Zeit beieinander bleiben konnten.
"Jetzt bin ich aber doch neugierig!", brach Anna unvermittelt ein anderes Thema an, "Dein Name war doch sicher nicht von Anfang an Toni, oder...?"
"Nein...", bestätigte er ihre Vermutung mit einem scheuen Lächeln, "Toni ist im Prinzip die Abkürzung für Antonia."
"Das ist ein schöner Name", nickte Anna ihm mit einem weiteren Lächeln zu, "Aber Toni finde ich noch schöner."
Ein rauer und kalter Wind herrschte an diesem Nachmittag am Strand der britischen Küste. Er peitschte die anrollenden Wellen ein wenig auf und zerzauste das helle Fell einer jungen Hündin, die ganz allein durch den Sand tapste. Sie fror fürchterlich, schon fast den ganzen Tag irrte sie herrenlos unher und fand keinen Weg, der sie nach oben zurück auf die Klippen führen könnte. Schon lange hatte sie nichts mehr gefressen oder getrunken und so langsam fiel ihr jeder einzelne Schritt unheimlich schwer. Selbst zum Bellen war sie nicht mehr stark genug. Sie schleppte sich mühsam weiter, aber bald kam der Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr konnte und aufgab. Sie ließ sich bei ein paar größeren Felsen nieder, zwischen denen sie etwas windgeschützter war. Leise winselnd rollte sie sich zusammen und schloss die Augen. Traurig dachte sie an ihre Familie zurück, die sie heute Morgen verloren hatte. Bestimmt suchten sie schon nach ihr, ja, ganz sicher. Dabei hatte der Tag so schön angefangen.

Die beiden großen Menschen waren mit ihr hinaus gegangen, das kam nur noch selten vor. Seit einiger Zeit war kaum jemand zum Spielen mit ihr hinaus gegangen, selbst der kleine Mensch nicht. Immer nur fürs Gassi gehen und auch das hatte sie stets schnell erledigen sollen. Im Haus hatte sie immer nur in ihrer Ecke gelegen und darauf gewartet, dass jemand mit ihr spielte - die Wochen davor war das auch oft nur der kleine Mensch gewesen, aber auch er hatte sie nur noch in ihre Ecke zurück geschickt, wenn sie mal von allein mit ihrem Ball zu ihm gekommen war. Das hatte sie sehr traurig gemacht, umso glücklicher war sie heute darüber gewesen, als die beiden großen Menschen sie ins Auto hatten steigen lassen. Das bedeutete immer, dass sie einen Ausflug machten. Und Ausflüge waren eine wunderbare Sache, die immer viel Spaß machten.

Die Fahrt hatte lange gedauert, aber dann hatten sie das Meer erreicht gehabt. Ein Ort, an dem sie vorher noch nie gewesen war, hier roch es auch ganz anders als zuhause! Bellend war sie ein wenig durch den Sand getobt, hatte sich Stöckchen werfen lassen und diese auch wieder zurück gebracht. Doch dann hatte einer der großen Menschen das Stöckchen sehr weit geworfen, zudem war es an einer Stelle gelandet, an der es sich verkeilt hatte. Es hatte zwischen ein paar Steinen fest gesteckt, sodass sie einige Zeit gebraucht hatte, um es wieder frei zu bekommen. Als sie aber wieder an die Stelle zurück gekehrt war, an der sie zuvor gespielt hatten, waren die beiden fort. Auch das Auto war spurlos verschwunden, sie hatte es zuvor noch von weitem sehen können.

Erschrocken hatte sie ihr Stöckchen in den Sand fallen lassen und war alarmiert den Strand auf und ab gerannt, hatte sich beinahe die Selle aus dem kleinen Leib gebellt. Hatte sie wirklich so lange gebraucht, dass sie sie nun suchten? Immer wieder hatte sie gebellt, hatte versucht, auf sich aufmerksam zu machen, aber offensichtlich hatten sie sie nicht hören können. Nun würde sie ihre Familie, ihren kleinen Menschen nie wieder sehen. Wieder winselte sie bei diesem Gedanken leise auf, bevor sie dann doch ohnmächtig liegen blieb. Als sie das nächste Mal ihre Äuglein aufschlug, blickte sie in das Gesicht zweier anderer Menschen, einer groß, der andere ebenfalls klein. Mühsam rührte sie sich ein ganz klein wenig, spürte dann nur noch, wie sie mit etwas zugedeckt und dann hochgehoben wurde. Gleich war ihr wieder viel wärmer...
Allein gelassen
Eine kleine Geschichte, schon vor ein paar Jahren entstanden, über einen kleinen Hund.
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blacksheep-aki
Melanie
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Just call me Akai or Aki... or so. ;3

Current Residence: Germany
Favourite genre of music: Rock
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:iconpegasuswarrior:
pegasuswarrior Featured By Owner Oct 2, 2016  Hobbyist General Artist
alles gute zum Geburtstag
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:iconladynightvamp:
LadyNightVamp Featured By Owner Oct 2, 2016  Hobbyist Digital Artist
happy birthday! :cake:
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:iconpetitebubu:
PetiteBubu Featured By Owner Mar 31, 2014  Hobbyist Digital Artist
Thank you very much for faving my springy art! Swallows on a cherry tree by PetiteBubu
Have a happy Spring! :heart:
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:iconflxrence:
Flxrence Featured By Owner Sep 7, 2013  Hobbyist Traditional Artist
Thanks for the fav! :)
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:iconalorryblue:
Alorryblue Featured By Owner Jun 10, 2013
:iconrubcheeksplz: :heart: Thanks a lot for the fav!! :iconiluplz::iconsuperheroglompplz:
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:iconanako-kitsune:
Anako-Kitsune Featured By Owner Mar 6, 2013  Hobbyist General Artist
:O
Da browse ich hier rum, gucke durch Galerien und sehe, dass du aus Jena kommst! Ich auch >_<
Deine Geschichten gefallen mir übrigens sehr, vor allem "Fehlkonstruktion" :)
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:iconblacksheep-aki:
blacksheep-aki Featured By Owner Mar 6, 2013
Ja, sowas kann durchaus passieren. :D
Danke, freut mich, dass es dir gefällt. ^^ Und nett, dich kennen zu lernen~
Reply
:iconanako-kitsune:
Anako-Kitsune Featured By Owner Mar 6, 2013  Hobbyist General Artist
Sowas passiert eben nicht xD
Alle Zeichner und Deviant...Leute xD die ich treffe, sind NICHT aus Thüringen xD
Meist aus NRW, aber auch generell verteilt, aber niemand kommt aus Thüringen DX
Und dann sehe ich jemanden, und du kommst auch noch aus Jena omg
Reply
:iconblacksheep-aki:
blacksheep-aki Featured By Owner Mar 7, 2013
Nun, ich kenne noch ein paar andere hier, die auch aus Thüringen kommen. ^^ (Gut, ich kannte sie auch schon vorher. XD)
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(2 Replies)
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